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Uran im Trinkwasser


Die Wassergroup hat für Sie einige Informationen zusammengetragen . . .

Die Berichte über Uranbelastungen, sowohl im Leitungswasser als auch in einigen Mineralwässern, häufen sich. Die Organisation Foodwatch warnt aktuell vor zu hohen Urankonzentrationen im Leitungswasser. Report München berichtet von der Überschreitung des Grenzwertes von 2 Mikrogramm Uran pro Liter Leitungswasser an 800 Messtellen.  Auch 34 Sorten Mineralwasser sollen zum Teil deutlich mit Uran belastet sein.

 

Grenzwerte

Trotz der nachgewiesenen toxischen Wirkung des Elements Uran existiert weder in der Trinkwasser- noch in der Mineralwasserverordnung ein Grenzwert für Uran. Lediglich für als „Säuglings“-Mineralwasser deklariertes Flaschenwasser muss der Grenzwert von 2 µg pro Liter eingehalten werden. Nachdem 2005 die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Leitwert von 15 Mikrogramm Uran pro Liter festgelegt hat, heißt es auch aus dem Umweltbundesamt: „Es ist die Pflicht der Gesundheitsämter und Wasserversorgungsunternehmen, den Leitwert für Uran von zehn Mikrogramm pro Liter im Trinkwasser sicherzustellen“.
Erstrebenswert seien sieben Mikrogramm pro Liter.

Quelle: http://www.ostseezeitung.de/archiv/index.phtml

Besonders die Organisation Foodwatch, die sich für mehr Transparenz bei der Lebensmittelkennzeichnung einsetzt, fordert vor dem Hintergrund der aktuellen Messergebnisse verbindliche Grenzwerte für Uran im Leitungs- und Mineralwasser.

Uran im Leitungswasser

Foodwatch berichtet aktuell über zu hohe Uranbelastungen im Leitungswasser mehrerer deutscher Regionen und Städte. Die Verbraucherrechtsorganisation hat eine Erhebung durchgeführt, bei der 8.000 Einzeldaten aus allen Bundesländern ausgewertet wurden: Wie das ARD-Magazin "Report München" berichtet, liegen 150 von den Behörden gemeldete Trinkwassermesswerte über dem Richtwert des Umweltbundesamtes von 10 Mikrogramm Uran pro Liter Trinkwasser. Darüberhinaus wird der Erhebung zufolge an rund 800 Messstellen der Wert von Mikrogramm Uran pro Liter überschritten.

Quellen:
http://www.rp-online.de/public/article/panorama/deutschland/597814/Deutsches-Leitungswasser-mit-Uran-belastet.html
http://www.foodwatch.de/kampagnen__themen/mineralwasser/trinkwasser/index_ger.html

Uran im Flaschenwasser

Die Problematik der Uranbelastung erstreckt sich aber nicht nur auf Leitungs-, sondern auch auf Flaschenwasser: Laut einer Erhebung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) lagen 34 Proben von Mineralwassern mit ihrem Gehalt an Uran allesamt über dem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Höchstwert (15 µg pro Liter!). Das Fatale: Welche Mineralwassersorten nun zu den belasteten zählen, konnte bisher nicht vollumfänglich geklärt werden, da in einem Fall die zuständige Behörde (Ministerium für Gesundheit und Soziales in Sachsen-Anhalt) nähere Angaben zu den Untersuchungsergebnissen verweigerte. Foodwatch ließ daraufhin in eigenem Auftrag beispielhaft vier verschiedene Mineralwässer untersuchen. Erschreckendes Ergebnis: Drei von vier Proben waren belastet!

Ein großer Mineralwassertest, den die Zeitschrift Öko-Test im Juni 2005 durchführte und bei dem vor allem auch die Eignung der verschiedenen Wassersorten für die Zubereitung von Babynahrung geprüft wurde, lieferte z.T. alarmierende Ergebnisse: In mehreren Proben wurde Uran, z.T. in „gesundheitsrelevanten Mengen“ (Zitat), nachgewiesen! Die Ergebnisse lösten eine Welle von Berichterstattungen aus. Vor allem besorgte Eltern fragten sich damals, welches Wasser denn nun geeignet sei und wie man Kinder vor gesundheitlichen Schäden schützen könne. Und natürlich sind Kinder sensibler und bedürfen einer ganz besonderen Vorsorge - aber es stellt sich zwangsläufig auch die Frage, ob für Erwachsene etwas unbedenklich sein kann, was für Kinder eindeutig schädlich ist?

Quellen:
http://foodwatch.de/kampagnen__themen/mineralwasser/trinkwasser/index_ger.html,
http://www.foodwatch.de/kampagnen__themen/mineralwasser/beispielprozess/auskunft/index_ger.html
http://foodwatch.de/kampagnen__themen/mineralwasser/testergebnisse/index_ger.html

Was soll man denn überhaupt trinken?

Der erste logische Gedanke ist natürlich, einfach ein Mineralwasser zu kaufen, das uranfrei ist und dieses dann zukünftig auch für Tee, Kaffee und beim Kochen zu verwenden. Nur kann das mit der Zeit natürlich ganz schön ins Geld gehen und letztlich kann es hinsichtlich des Uranwertes keine dauerhafte Sicherheit geben, denn: Solange keinerlei Grenzwerte existieren, die von den Mineralwasseranbietern eingehalten werden müssen, bleibt immer eine große Unsicherheit. Wer kann schließlich garantieren, dass ein Mineralwasser, das heute als uranfrei gilt, es morgen auch noch ist? Wasser unterliegt natürlichen Schwankungen, die genaue Zusammensetzung verändert sich also naturgemäß ständig. Zudem stehen häufig auch die Mineralquellen mit dem Grundwasser in Kontakt, aus dem u.a. ja auch das Leitungswasser gespeist wird (durchschnittlicher Anteil etwa 65%). Die Qualität unseres Grundwassers ist somit sehr entscheidend für die Qualität unseres täglichen Trinkwassers. Im Grundwasser lassen sich jedoch inzwischen zahlreiche Schadstoffe und Umweltgifte, wie z.B. Nitrat und Pestizide aus der Landwirtschaft, Tenside und Phosphate aus der Industrie, bis hin zu Medikamentenrückständen und Hormonen, die über Krankenhäuser oder unsere eigene Toilettenspülung wieder im Wasserkreislauf landen, nachweisen! Und beim kilometerlangen Transport des Wassers durch z.T. veraltete Leitungsrohre kommen häufig noch Schwermetalle wie Blei und Kupfer hinzu.

Selbst vorsorgen durch Trinkwasserfilterung!

Einen wirklich zuverlässigen Schutz vor nahezu allen Schadstoffen und somit ein optimales Trinkwasser lässt sich im Grunde nur erreichen, wenn man sein Trinkwasser selbst aufbereitet, sprich selbst filtert. Wie bei selbst angebautem Obst oder Gemüse aus dem eigenen Garten gilt auch hier: „Da weiß ich, was drin ist!“ Voraussetzung dafür ist allerdings, dass man auch das richtige Filterverfahren einsetzt, auf das man sich 100%ig verlassen kann!

Es gibt zwei Filterverfahren die wirklich zuverlässig sind



Aktivkohle Filtration:


Aktivkohlefilter von Carbonit mit der NFP Premium TÜV Zertifiziert, ist schnell und leicht zu installieren, informieren Sie sich in unserem Shopsystem über die verschiedenen Systeme. Filter mit dem Filtermedium Aktivkohle werden in der technischen Wasseraufbereitung häufig verwendet. Für die Aufbereitung von Oberflächenwässer mit Verunreinigungen wie Huminsäuren oder Ligninsulfonsäuren werden beispielsweise diese den Ionenaustauschern vorgeschaltet. Die Aktivkohle adsorbiert die Verunreinigungen, die sonst die Ionenaustauschharze in den nachgeschalteten Filtern durch Fouling schädigen würden. In der Trinkwasseraufbereitung werden sie in der Regel zur adsorptiven Rückhaltung von Geruchs- und Geschmacksstoffen sowie von organischen Substanzen eingesetzt sowie je nach Filter und Hersteller für den Uran Rückhalt. Aktivkohle kann hier eingesetzt werden als Pulverkohle vor einer Filteranlage oder als Kornkohle auf oder in Filtern.


Umkehrosmose:


Bei diesem Filterverfahren wird das Leitungswasser durch eine Membran gepresst. Diese Membran hat - genau wie unsere Körperzellen - ultrafeine Poren, die einen Durchmesser von nur ca. 0,0001 Mikrometer aufweisen. Es wird somit also wirklich auf Molekülebene gefiltert! Da das Wassermolekül das mit Abstand kleinste Molekül auf unserem Planeten ist, wird ein Großteil der Schadstoffe, wie z.B. Nitrate, Pestizide, Schwermetalle, Kohlenwasserstoffe, Chlor, Tenside, Hormone, Medikamentenreste, radioaktive Substanzen etc. sowie der lästige Kalk bis zu 99,99% (je nach System/Anbieter) herausgefiltert. Übrig bleibt sehr weiches und wohlschmeckendes Trinkwasser. Dieses Filterverfahren wurde übrigens ursprünglich von der Nasa entwickelt und ist in der Medizin oder in der Lebensmittelproduktion (z.B. Getränkeabfüller, Babykost etc.) seit Jahrzehnten Standard. Auch im häuslichen Bereich gibt es seit einigen Jahren erschwingliche, sehr leistungsfähige Geräte, mit denen man aus normalem Leitungswasser sehr reines und hochwertiges Trinkwasser gewinnen kann. In den USA sind bereits über 60% aller Haushalte mit solchen Umkehrosmose Filtersystemen ausgestattet und auch bei uns verbreiten sie sich sehr rasant.


In 13 Städten zu viel Uran im Trinkwasser

Leitungswasser kann für Babys und Kleinkinder gefährlich werden. Das Wasser ist in 13 deutschen Städten zu stark mit Uran belastet. Laut einer Studie des Instituts für Pflanzenernährung und Bodenkunde liegt der Urangehalt unter anderem in Darmstadt, Kassel und Frankfurt am Main über zwei Mikrogramm pro Liter. Das ist der gesetzlich vorgeschriebene Höchstwert für Mineralwasser, das für Säuglinge geeignet ist. Am höchsten waren die Uranwerte im oberfränkischen Kulmbach. Dort wurden über acht Mikrogramm gemessen.


Rund 400 Wasserproben ausgewertet

Im Spätsommer 2006 hatte die ehemalige Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig Wasser in ganz Deutschland untersucht - insgesamt 394 Proben. Den höchsten Gehalt - acht Mikrogramm Uran - maßen die Forscher in den Orten Gunzenhausen und Kulmbach in Bayern. Erst jetzt hat der Leiter der Studie Professor
Ewald Schnug die Ergebnisse an die Verbraucherorganisation Foodwatch weitergegeben.


Uran wird nicht herausgefiltert

"Man kann davon ausgehen, dass die Werte noch immer so hoch sind, weil sich der Urangehalt im Grundwasser kaum ändert", sagt Andreas Eickelkamp, Sprecher von Foodwatch. Uran kommt in der Erde vor. Indem Grundwasser durch uranhaltiges Gestein fließt, nimmt es Bestandteile des Metalls auf. Uran ist also nicht durch
Umweltverschmutzung in das Wasser gelangt. Die Wasserwerke filtern das Schwermetall nicht aus dem Wasser heraus, sodass auch Leitungswasser Uran enthält.


Uran ist so giftig wie Blei

Uran hat eine ähnlich hohe Giftigkeit wie Blei. Es kann die Niere, Leber und Knochen schädigen. Säuglinge und Kleinkinder reagieren besonders empfindlich auf das Schwermetall. Deshalb wurde vor drei Jahren der Grenzwert für Uran in Mineralwasser, das für Säuglingsnahrung geeignet ist, gesetzlich vorgeschrieben: Mehr als zwei Mikrogramm Uran pro Liter darf ein derartiges Wasser nicht mehr enthalten. Eltern von Babys und Kindern unter sieben Jahren sollten darauf achten, dass ihr Kind nur Wasser trinkt, das den Hinweis enthält: "Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung".

 

Orte mit der höchsten Uranbelastung im Trinkwasser

Stadt

Landkreis

Bundesland

Urangehalt in Mikrogramm pro Liter Wasser

Aidhausen

Hassberge

Bayern

23,3

Crauschwitz

Burgendlandkreis

Sachsen-Anhalt

16,8 - 23,0

Herleshausen, Ortsteil
Holzhausen

Werra-Meißner

Hessen

16,0 - 22,0

Possenhain

Burgenlandkreis

Sachsen-Anhalt

19,1 - 20,0

Geißelhardt

Schwäbisch-Hall

Baden-
Württemberg

13,0 - 17,0

Nassach

Hassberge

Bayern

16,6

Nehmetsweiler

Ravensburg

Baden-
Württemberg

16,0

Oberrot

Schwäbisch-Hall

Baden-
Württemberg

11,0 - 16,0

Windesheim

Bad Kreuznach

Rheinland-Pfalz

13,0

Bucha

Burgenlandkreis

Sachsen-Anhalt

11,0 - 12,8

Löbitz

Burgenlandkreis

Sachsen-Anhalt

12-12,5

Mücheln

Saalekreis

Sachsen-Anhalt

11,3

Pfarrweisach

Hassberge

Bayern

>10

* Datenbasis: von Foodwatch im Jahr 2009 bei den zuständigen Ministerien/Länderbehörden abgefragte Werte über 10 Mikrogramm pro Liter Trinkwasser. Nicht in die Tabelle aufgenommen wurden Orte, in denen nach Angaben von Behörden bzw. Wasserversorgern das Wasser vor der Abgabe an die Bevölkerung mit niedriger belastetem Wasser gemischt wird, so dass die tatsächliche Belastung für die Verbraucher geringer ist.


Uran in Trinkwasser (Leitungswasser, Mineralwasser, Tafelwasser, Heilwasser)

Uran tritt in der Natur überwiegend +4 oder +6 wertig auf. Vierwertiges Uran verhält sich geochemisch sehr ähnlich wie Thorium und ist in Wasser unter normalen pH/EH-Bedingungen nahezu unlöslich. Erst ab pe-Werten von 2 und sehr sauren pH-Werten sind Species des 4-wertigen Urans dominant und es können dann auch erhebliche
Konzentartionen aufterten. Das sechswertiges Uran ist dagegen unter oxidierenden Bedingungen auch im Bereich neutraler pH-Werte gut löslich, weil es sehr stabile Komplexe wie z.B. UO2(CO3)22- bildet. Sind die pH-Werte zudem sauer oder basisch, nimmt die Löslichkeit des 6-wertigen Urans extrem zu. Als Folge dieser
Komplexbildung ist Uran ein ubiquitäres Element in der Hydrosphäre. In der Erdkruste ist Uran mit einem Vorkommen von 4 mg/kg relativ häufig vertreten. Im Gegensatz zu Thorium, daß überwiegend gleich verteilt vorliegt, tritt Uran in Uranlagerstätten angereichert auf. Die Urankonzentration von ca. 3,3 µg/l in Meerwasser gegenüber den zum Teil deutlich geringeren Konzentrationen in den Flüssen (0.03 ... 3 µg/L) zeigt, daß Uran ein sehr mobiles Element ist, dass im Meer angereichert wird. Von den ca. 200 bekannten Uranmineralen haben lediglich 10 eine wirtschaftliche Bedeutung. Zu den wichtigsten Uran - Mineralen gehören Pechblende, Autunit, Coffinit und Kasolit.

Solange Sauerstoff im aquatischen System vorhanden ist, bleibt die Löslichkeit von Uran auch bei Anwesenheit von Carbonat und pH-Werten von 7 sehr hoch (einige hundert µg/L). Zudem neigt Uran zur Komplexbildung nicht nur mit anorganischen Liganden (insbesondere Carbonatokomlexe) sondern auch zur Bildung von stabilen Komplexen mit organischen Liganden. Hierdurch kann je nach der Mobilität der organischen Substanzen Uran fixiert oder aber auch mobilisiert werden. Es gibt Hinweise auf einen verstärkten Abbau von Huminstoffen unter radioaktiver Bestrahlung hin zu kleineren Molmassen, so daß hiermit verstärkt mobile Huminkolloide erzeugt würden.

Aus Uran entsteht ständig eine Reihe von kurzlebigen Töchternukliden, von denen einige sehr mobil sind wie das Edelgas Radon. Andere Töchternuklide neigen dazu, weniger mobil zu sein (Thorium, Radium, Polonium, Blei). Unter stark reduzierenden Bedingungen ist U(IV) die dominierende Spezies. Diese ist in Wasser ähnlich unlöslich
wie Thorium und somit sehr immobil. Die Konzentrationen von Uran in Oberflächengewässern variieren zwischen 0,03 µg/l (Amazonas) und 3,9 µg/l (Ganges). Deutsche Flüsse weisen in der Regel Uran-Konzentrationen zwischen ca. 1 und 3 µg/l auf. Die Quelle für das Uran liegt in dem geogenen Aufbau der durch die Flüsse entwässerten Gebiete, in uranhaltigen Phosphatdünger und in besonderen Fällen im Uranbergbau (Zwickauer Mulde: ca. 10 µg/L) bzw. der Nutzung der Kernenergie begründet.

Uran findet sich in Deutschland im unbeeinflußten Grundwasser in Konzentratiuonen von kleiner 1 bis über 100 µg pro Liter. Während die Radiotoxizität von Uran auf Grund der extrem großen Halbwertzeit vergleichsweise gering ist, ist die chemische Toxizität von Uran wie die vieler anderer Schwermetalle und Metalloide sehr hoch. Durch Studien ist belegt, dass es durch die Einnahme von Trinkwasser mit erhöhten Urangehalten nachweislich zu einem Auftreten von Nierenkrebs kommen kann. Aus diesem Grund empfiehlt die Weltgesundheitsbehörde (WHO) für Trinkwasser einen Grenzwert von 15µg/L (war zunächst mit 2 µg/L und später auf Grund eines Berechnungsfehlers
auch mit 9 µg/L in der Liste der WHO). Im Gegensatz dazu ist die EPA zur Zeit der Meinung, dass erst oberhalb eines Grenzwertes von 30 µg/L (bis 1990: 20 µg/L) Probleme bestehen. In Deutschland gibt es unverständlicherweise in der Trinkwasserverordnung keinen Wert für das Element Uran. Bayerischen Wasserbehörden
diskutieren einen Empfehlungswert von 5 µg/L. Verantwortungsvolle Wasserwerke untersuchen aber ihr Wasser unabhängig davon auf Uran und leiten ggf. Maßnahmen ein. Diese können darin bestehen, bestimmt geologische Formationen zu meiden. Es ist aber auch möglich, Uran durch geeignete Aufbereitungstechniken aus dem Wasser
nahezu vollständig zu entfernen. Tafelwasser, Mineralwasser und Heilwasser kann erhöhte Uran- und Radiumgehalte enthalten, weil diese Wässer in der Regel aus tieferen Grundwasserleitern stamman und damit größere Verweilzeiten aufweisen, die wiederum zu erhöhter Aufnahme führen können.

 

Deutsches Trinkwasser besitzt einen exzellenten Ruf – zu Recht. Punktuell treten jedoch Verunreinigungen auf, zum Beispiel durch Schwermetalle oder Arzneistoffe.  Ein weiteres Problem: alte oder schlechte Rohrleitungen in Gebäuden.

Jährlich wird Wasser hierzulande mehr als 1,1 Millionen Mal auf seine Qualität überprüft Die Nachricht ist doppelt gut:
Lachse, Meerforellen und Störe halten wieder Einzug in deutsche Flüsse. Was vermeintlich nur als freudige Botschaft für Tier- und Naturfreunde taugt, verheißt auch dem Rest der Bevölkerung Deutschlands Gutes. Die Qualität der Oberflächengewässer und damit eines Teils der Trinkwasservorkommen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verbessert.

Wasserverbrauch:
Sinnvoll sparenDie Qualität des „Trinkwassers in Deutschland ist in aller Regel sehr gut“, konstatiert Ingrid Chorus, Leiterin der Abteilung Trinkwasser und Badebeckenwasser-Hygiene beim Umweltbundesamt (UBA). „Dennoch bedarf Oberflächenwasser, zum Beispiel aus Flüssen, einer umfangreicheren Aufbereitung als beispielsweise Grundwasser, das in Deutschland sehr hohe Qualität besitzt“, so Chorus. Der Boden, durch den das Wasser sickern muss, bis es zu Grundwasser wird, filtert das kostbare Nass gratis. Diese natürliche Kläranlage wäre mit Abwasser aus Industrie und Haushalten allerdings überfordert. Deshalb sorgen in Deutschland
etwa 10000 Kläranlagen dafür, dass ein Großteil der unerwünschten Stoffe im Abwasser nicht in Flüsse und Seen gelangt. Sie scheiden Festkörper ab und bauen organische und unorganische Substanzen ab.


Problematische Spurenstoffe:
Im System der Klärmaßnahmen klaffen allerdings Lücken. „Sogenannte Spurenstoffe, die in sehr geringen Konzentrationen im Wasser vorkommen, sind nach wie vor ein Problem für die Qualität“, sagt Alexander Sperlich, Geschäftsführer des Innovationszentrums Wasser in Ballungsräumen der TU Berlin. Dabei unterscheidet er zwischen natürlichen Stoffen wie Uran und menschengemachten Belastungen des Wassers, zum Beispiel durch Arzneimittel oder Agrar-Chemikalien.

Bereits vergangenes Jahr schreckte eine Studie der Verbraucherorganisation Foodwatch deutsche Wassertrinker auf. Von 8200 überprüften Messwerten überstiegen 150 die Marke von zehn Mikrogramm Uran pro Liter, die das Umweltbundesamt für unbedenklich bei Erwachsenen hält. Ein Achtel der Proben lag über dem Wert von zwei Mikrogramm des giftigen Schwermetalls pro Liter, ab denen Mineralwasserabfüller ihr Produkt als säuglingstauglich deklarieren dürfen. Zwar warnt Sperlich vor Panikmache beim Thema Uran, dennoch sieht er den Gesetzgeber gefordert. „Derzeit existiert noch kein verbindlicher Grenzwert für Uran im Trinkwasser“, so der Wasserexperte. Die laufende Überarbeitung der Trinkwasserverordnung soll nach dem Wunsch des Bundesgesundheitsministeriums die Einführung eines Grenzwerts von zehn Mikrogramm Uran pro Liter bringen.


Gift im Trinkwasser

Deutsches Grundwasser ist häufig mit Uran belastet. Das radioaktive Schwermetall kann Krebs auslösen. Klares Trinkwasser aus der Leitung ist in Deutschland ein selbstverständlicher Luxus. Doch nun zeigt sich, dass die Quellen vielerorts mit hochgiftigem Uran belastet sind. Die gemessenen Werte liegen oft deutlich höher, als die 15 Mikrogramm, die die Weltgesundheitsorganisation WHO als Grenzwert empfiehlt. Vor allem in Bayern, Thüringen und Sachsen sind viele Brunnen belastet.

Krebsgefahr

Der Stoff, aus dem man Atombomben baut, kommt in Spuren überall in der Natur vor. „Die Radioaktivität geht in diesem Fall aber keine Gefahr aus – dazu sind die Mengen zu gering“. Uran sei jedoch ein hochgiftiges Schwermetall, das schon in geringen Mengen Krebs erregend wirken könne. Wer die empfohlene Menge von zwei Liter
Wasser am Tag zu sich nimmt, reichert nach und nach einiges gift im Körper an.

Kleinstlebewesen als Wasserputzer

Derzeit entwickelt Jeckels Fachbereich Wasserreinhaltung eine Methode, mit der man das giftige Schwermetall aus dem Wasser kriegt: Mikroorganismen wandeln zunächst unter anderem Eisen in Eisenoxid um. An dieses wiederum lagern sich die Uranmoleküle an, sinken auf den Boden und können als Schlamm herausgefiltert werden.
Rund 6000 Trinkwasserbrunnen in Deutschland müssen nun geprüft werden. Wer bis zur Entwarnung auf Wasser aus dem Supermarkt setzt, fährt damit nicht unbedingt besser: „In manchen Mineralwassern steckt noch mehr drin“, so der Experte.