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Wasserlexikon


Abbau

bezeichnet man einen physikalischen, chemischen oder biochemischen Vorgang, bei dem organische Abwasserinhaltsstoffe zerlegt werden. Zu unterscheiden ist der Abbau durch Mikroorganismen unter Verbrauch von Sauerstoff (aerober Abbau) und der bei Abwesenheit von gelöstem Sauerstoff (anaerober Abbau).

Abfluß

Unter Abfluß versteht man allgemein, das sich unter dem Einfluß der Schwerkraft auf und unter der Landoberfläche bewegende Wasser .

Ablagerung

nennt man die infolge der Schwerkraft abgesetzten Stoffe .

Abrasion

Abrieb oder Abschliff von Werkstoffen durch im Abwasser oder Wasser enthaltene Feststoffe, z. B. bei Rohren, Pumpen oder Zentrifugen .

Absorption

ist das Aufnehmen von Gasen durch feste oder flüssige Sorptionsmittel, wobei sich die Gase in diesen Mitteln lösen. Bei der Trinkwasseraufbereitung wird mit Hilfe der Absorption das Wasser mit Luftsauerstoff (Belüftung), Chlorgas (Desinfektion) oder Ozon (Desinfektion, Oxidation) angereichert .

Absperrschieber

ist eine Armatur, mit der ein Flüssigkeits- oder Gasstrom in einer Leitung abgesperrt werden kann. Der Absperrkörper ist z. B. eine Platte (Flachschieber), Membrane (Membranschieber) oder Kugel (Kugelschieber) .

Abwasser

Durch häuslichen, gewerblichen, industriellen, landwirtschaftlichen und sonstigen Gebrauch verunreinigtes und dadurch in seinen natürlichen Eigenschaften verändertes Wasser. Hierzu gehört auch das aus bebauten Gebieten abfließende Niederschlagswasser. Man unterscheidet z. B. Schmutzwasser, Regenwasser, Fremdwasser, Mischwasser, Kühlwasser .

Abwasserableitung

bezeichnet den Transport des Abwassers durch Kanäle im Trenn- oder Mischsystem .

Abwasseranlage

Einrichtung zur Abwasserableitung, -behandlung (-reinigung) oder -beseitigung .

Abwasserbeseitigung

Rückführung des Abwassers in den natürlichen Wasserkreislauf. Als Abwasserbeseitigung ist jede Art der Fortleitung von Abwasser anzusehen.

Abwasserreinigung
Sammelbezeichnung für alle Techniken zur Verringerung von Abwasserinhaltsstoffen durch biologische, chemische und mechanische Verfahren.

Abwasserrückgewinnung

Weitgehende Reinigung von Abwasser bis zu einer Beschaffenheit, die eine Wiederverwendung als Trink- oder Betriebswasser ermöglicht.

Abwassertechnik

ist die Summe aller Technologien der Abwassersammlung und -ableitung (Kanalisation), Abwasserbehandlung (Kläranlage) und -beseitigung.

Abwasserzweckverband

Zusammenschluß zweier oder mehrerer Kommunen zu einer Selbstverwaltungskörperschaft mit der Aufgabe der gemeinsamen Abwasserableitung und -behandlung (z. B. Zweckverband zur Abwasserbeseitigung im Siedlungsraum München-Ost, Zweckverband zur Wasserversorgung Erdinger Moos).

Adsorption

nennt man die Anlagerung von Ionen oder Molekülen an der (inneren) Oberfläche eines anderen Stoffes infolge bestimmter physikalischer Wechselwirkungen. Der adsorbierende Stoff ("Adsorbens") muß über eine sehr große innere Oberfläche verfügen. Am gebräuchlichsten ist Aktivkohle, aber auch aktivierte Tonerde, Kieselgur und Bims sind möglich.

Aktivkohle

ist das bei der Trinkwasseraufbereitung üblicherweise zur Adsorption von Geruchs- und Geschmacksstoffen sowie von organischen Substanzen eingesetzte Mittel. Sie kann eingesetzt werden als Pulverkohle vor einer Filteranlage oder als Kornkohle auf oder in Filtern. Kornkohle kann nach Erschöpfung (= Beladung) regeneriert und wieder verwendet werden.

(Carbonit Aktivkohle)

Aktivkohlefilter

sind Anlagen zur Wasseraufbereitung, in denen poröse Kohle durch ihre große Oberfläche Schadstoffe bindet, die sich biologisch entweder sehr schwer oder gar nicht abbauen lassen.

Algen

sind im Wasser vorkommende pflanzliche Lebewesen, die einen Hinweis auf die Wasserbeschaffenheit zulassen.

Aluminium

gewinnt in der Wasserversorgung zunehmend an Interesse seit erkannt wurde, daß durch den sauren Regen im Boden gebundenes Aluminium freigesetzt werden kann.
Höhere Aluminiumgehalte im Trinkwasser können auf den Menschen giftig wirken.

Ammoniak

ist ein stechend riechendes Gas, das bei der Zersetzung von organischen Substanzen entsteht. Es löst sich leicht in Wasser ("Salmiakgeist"), wobei Ammoniumionen und Hydroxidionen entstehen.

Ammonium

ist Bestandteil des Stickstoffkreislaufes. Es sollte im Trinkwasser nicht vorhanden sein, denn es ist meist ein Hinweis auf eine massive Verunreinigung mit Jauche oder Abwasser. Nur in fast sauerstofffreien, sogenannten reduzierten Wässern kann es auf natürliche Weise vorhanden sein. Mikroorganismen oxidieren das Ammonium zu Nitrat.

Ammoniumstickstoff

tritt vor allem in reduzierten Grund- und Oberflächenwässern sowie in allen häuslichen und oft auch gewerblichen Abwässern auf. Die Form, in der Ammoniumstickstoff vorliegt, hängt vom pH-Wert ab. Bei pH-Werten oberhalb von 9 liegt zunehmend ausgasbarer Ammoniak, darunter überwiegend ionogenes Ammonium vor. Ammoniumstickstoff ist zum einen fischgiftig, zum anderen sauerstoffzehrend.

Anione

siehe Ionen.

Anlagerung

ist der Sammelbegriff für die infolge einer Reaktion im Wasser entstandenen und an der Innenwand der Rohrleitung haftenden Stoffe.

Armaturen

sind Einrichtungen und Geräte zum Verschließen, Öffnen und Verzweigen von Rohrleitungen sowie zur Messung physikalischer Zustände in Leitungen.

Arsen

ist ein Spurenelement der Erdkruste, ein Metall, das in den meisten Böden nachweisbar ist. Im Grundwasser kann es in Lösung gehen und damit aufbereitende Maßnahmen zur Arsenentfernung aus dem Rohwasser erforderlich machen.

Asbest

ist ein faseriges Mineral mit hoher Zugfestigkeit, das in der Vergangenheit in großem Umfang für die Herstellung des Werkstoffes Asbestzement (AZ) verwendet wurde. Daraus sind u. a. auch Druckrohre für Trinkwasserleitungen produziert worden. Seit erkannt worden ist, daß der eingeatmete Asbest-Feinststaub Lungenkrebs verursachen kann, ist in Deutschland das "Inverkehrbringen" von Asbest und damit auch von AZ-Erzeugnissen verboten.

Atrazin

ist ein Pflanzenbehandlungsmittel. Die Gründe für das Vorkommen von Atrazin und dessen Abbauprodukt Desethylatrazin im Grundwasser liegen hauptsächlich in der bis vor wenigen Jahren üblichen flächenhaften landwirtschaftlichen Anwendung des Pflanzenschutzmittels.

Aufbereitung

(siehe auch Trinkwasseraufbereitung) Behandlung des Wassers, um seine Beschaffenheit dem jeweiligen Verwendungszweck und bestimmten Anforderungen anzupassen.

Aufhärtung

Sehr weiche Wässer mit sehr geringem Gehalt an Calcium und Magnesium (z. B. Talsperrenwässer) haben korrosionschemisch ungünstige Eigenschaften und sehr hohe pH--Werte, mitunter über dem oberen Grenzwert der Trinkwasserverordnung. Sie müssen deshalb aufgehärtet werden, indem sie mit Kohlensäure begast und anschließend durch Filtration über gekörntes Calciumcarbonat (z. B. Jurakalk) oder über halbgebrannten Dolomit oder durch Dosieren von Kalkmilch oder Kalkwasser in den Zustand der Calcit-Sättigung gebracht werden. Dabei nehmen die Konzentrationen an Calcium (bei Verwendung von halbgebranntem Dolomit auch an Magnesium) sowie an Hydrogencarbonat zu.

Aufsalzung

nennt man die Erhöhung der Salzfracht eines Gewässers durch bei der Abwasserreinigung nicht entfernbare Salze bei der Abwassereinleitung.

Ausflockung

(siehe Flockung).

Ausfällung

(siehe Fällung).

Bakterien

(siehe auch Coli-Bakterien, Krankheitserreger) sind kleinste einzellige pflanzliche Organismen (Mikroorganismen).

Bakterizide

werden Wirkstoffe genannt, die Bakterien abtöten.

Barium

ist ein Erdalkalimetall, das dem Calcium ähnlich ist und dessen lösliche Verbindungen giftig sind.

Bazillen

nennt man sporenbildende Bakterien.

Beitrag

Von Grundstückseigentümern, denen die Inanspruchnahme öffentlicher Einrichtungen besondere Vorteile bietet, an Körperschaften des öffentlichen Rechts (z. B. Kommunen) zu zahlendes Entgelt, um deren Investitionsaufwand für die Herstellung, Anschaffung, Verbesserung oder Erneuerung dieser öffentlichen Einrichtungen zu decken.

Belebungsverfahren

(früher: Belebtschlammverfahren) Verfahren zur biologischen Abwasserreinigung, bei dem belebter Schlamm mit Abwasser durchmischt, anschließend abgetrennt und zum großen Teil als Rücklaufschlamm wieder zurückgeführt wird (DIN 4045).

Belüftung

bedeutet allgemein den Gasaustausch zwischen Wasser und Luft zum Einbringen von Sauerstoff und gegebenenfalls Entfernen gelöster Gase (DIN 4046). Wasser kann z. B. mit Hilfe von Kaskaden belüftet werden. Die Belüftung von Abwasser erfolgt in sogenannten Belebungsbecken duch Einbringen von Sauerstoff mittels Luft oder Sauerstoffgas. Zu unterscheiden sind Oberflächen-, Druck-, Strahl-, Kreisel-, Walzenbelüftung und Sauerstoffbegasung.

Betriebswasser

Gewerblichen, industriellen, landwirtschaftlichen oder ähnlichen Zwecken dienendes Wasser mit unterschiedlichen Güteeigenschaften, worin Trinkwassereigenschaft eingeschlossen sein kann (DIN 4046).

Biologische Wassereigenschaften

Hierzu zählt man alle Lebensvorgänge der Kleinlebewesen, der Pflanzen und der Tiere, vereinfacht ausgedrückt, der Stoffwechsel (Nahrungskette).

Blei

Blei (Schwermetall) und seine Verbindungen gehören zu den starken Umweltgiften, die z. B. aus Abschwemmungen von Straßen und Dächern in die Gewässer bzw. in die Kläranlagen gelangen.

Bor

ist ein Nichtmetall-Element mit großer Härte. Ist es im Grundwasser nachweisbar, läßt dies auf Verunreinigung durch Abwasser schließen. In höherer Konzentration ist Bor giftig.

Brackwasser

Mischwasser aus Salz- und Süßwasser.

Brauchwasser

siehe Betriebswasser.

Brunnen

ist eine technische Anlage, um Grundwasser und Uferfiltrat zu gewinnen. Unterschieden werden Brunnen nach ihrer Herstellungsart: vertikal oder horizontal. Ein Vertikalbrunnen besteht aus einem senkrechten Rohr, das nur im Bereich einer wasserführenden Schicht gelocht und mit Kies umhüllt ist. Der Horizontalbrunnen hingegen besteht aus einem bis zur wasserführenden Schicht reichenden geschlossenem Rohr oder Schacht, an dessen Ende horizontal verlegte gelochte Filterrohre das Wasser "sammeln".

Bundesseuchengesetz

Das Bundesseuchengesetz aus dem Jahr 1961 stellte bis zum 31.12.2000 die rechtliche Grundlage der Trinkwasserverordnung dar, die eine Durchführungsverordnung des Bundesseuchengesetzes ist. In § 11 dieses Gesetzes war die für Deutschland maßgebliche rechtliche Definition von Trinkwasser angegeben: "Trinkwasser ..., muß so beschaffen sein, daß durch seinen Genuß oder Gebrauch eine Schädigung der menschlichen Gesundheit, insbesondere durch Krankheitserreger, nicht zu besorgen ist. Wassergewinnungs- und Wasserversorgungsanlagen ... unterliegen insoweit der Überwachung durch das Gesundheitsamt." Am 01.01.2001 wurde das Bundesseuchengesetz vom Infektionsschutzgesetz abgelöst.

CKW

(siehe Chlorierte Kohlenwasserstoffe).

Cadmium

Silberweißes glänzendes, leicht verformbares Schwermetall, das giftig ist, aber relativ selten vorkommt.

Calcit

wird auch als Kalkspat bezeichnet und ist die am häufigsten vorkommende Kristallform von Calciumcarbonat.

Calcit-Sättigung

Füher: Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht. Der Zustand der Calcit- bzw. Calciumcarbonat-Sättigung wird beim Wasser erreicht, wenn es bei Kontakt mit Calcit weder zur Auflösung noch zur Abscheidung von Calciumcarbonat neigt. Unterschreitet ein Wasser infolge eines Kohlensäure-Überschusses seinen eigenen pH-Wert der Calcitsättigung, wirkt es calcitlösend; Überschreitung führt dagegen zu Übersättigung (calcitabscheidend). Trinkwasser soll gemäß den Bestimmungen der Trinkwasserverordnung nicht calcitlösend sein, da sonst Werkstoffe, die kalkhaltig sind (z. B. Beton), angegriffen werden können und auch die Schutzschichtbildung auf metallischen Oberflächen verhindert wird. Deshalb besteht die Notwendigkeit, durch Entsäuerung überschüssige Kohlensäure aus calcitlösendem Trinkwasser zu entfernen.

Calcium

ist in reinem Zustand ein silberweißes zähes Metall, das zu den Erdalkali-Metallen gehört. Es ist das dritthäufigste chemische Element, das in der Erdkruste vorkommt. Calciumverbindungen finden sich im Kalk (Gebirge), aber auch in den Knochen und Zähnen von Mensch und Tier.

Calciumcarbonat

Ein weißes Pulver (Kalkstein), das in der Natur als Calcit, als Aragonit oder als Vaterit vorkommt. Bei Verbindung mit Kohlensäure entsteht Calciumhydrogencarbonat, welches für die Wasserhärte verantwortlich ist.

Carbonate

sind die in der Natur häufig vorkommenden Salze der Kohlensäure.

Chemische Wassereigenschaften

sind Sauerstoffgehalt, pH-Wert, SBV-Wert, Nährstoff- und -salzgehalt.

Chlor

Gasförmiges, grüngelbes, hochgiftiges, ätzendes Element aus der Gruppe der Halogene. Chlorverbindungen (z. B. Chlorkalk) werden unter anderem auch bei der Entkeimung (Desinfektion) von Trinkwasser verwendet .

Chloride

sind Salze der Salzsäure und zählen zu den Elektrolyten. Chloride können auch im Wasser vorkommen, was eine natürliche Ursache haben kann (Gesteinsauswaschungen, z. B. Sole), was aber auch durch Kontakt mit Fäkalien, Kunstdünger oder Abwasser möglich ist. Ein hoher Chloridgehalt wirkt unter anderem auf Beton und eisenhaltige Metalle zerstörend.

Chlorierte Kohlenwasserstoffe

(CKW) (siehe auch Organische Chlorverbindungen) bezeichnet eine Gruppe organischer chemischer Verbindungen, die Chloratome enthalten. Große Bedeutung haben sie z. B. für die Herstellung von Kunststoffen und Lösungsmitteln. Manche CKWs zählen aber auch wegen ihrer chemischen Stabilität, Fettlöslichkeit und Giftigkeit zu den sehr gefährlichen Umweltgiften.

Chlorung

ist eine Art der Desinfektion, bei der dem Trinkwasser Chlor in Form von Chlorgas oder Natriumhypochlorit zugesetzt wird.

Chrom

ist ein Schwermetall und relativ häufig vorkommendes Spurenelement der Erdkruste, das sowohl essentielle Bedeutung für Mensch und Tier hat, als auch in bestimmten Konzentrationen gesundheitsschädlich sein kann. Dient vor allem zum Veredeln von metallischen Oberflächen und als Gerbstoff bei der Lederverarbeitung.

Coli-Bakterien

sind Bakterien, die Bestandteil der normalen Darmflora von Mensch und Tier sind. Ihr Nachweis im Trinkwasser ist ein wichtiges Indiz dafür, daß eine Verunreinigung mit Fäkalien vorliegt, und eine Verwendung ohne vorherige Desinfektion nicht erfolgen darf. Zu unterscheiden sind Escherichia coli, coliforme Keime und pathogene Coli-Bakterien.

Coliforme Keime

sind Bakterien, die sowohl in der Umwelt als auch in der Darmflora von Mensch und Tier und dort in nahezu gleicher Anzahl wie Escherichia coli vorkommen.

Cyanid

ist ein Salz der Blausäure, das wasserlöslich und sehr giftig ist.

DIN 2000

Eine vom DIN Deutsches Institut für Normung e.V. herausgegebene Norm, die eine allgemein anerkannte technische Regel - keine Rechtsnorm - für die allgemeine Wasserversorgung darstellt und "Leitsätze für die zentrale Trinkwasserversorgung", auch bezüglich Planung, Bau und Betrieb der Anlagen, beinhaltet .

Dachablaufwasser

ist das Niederschlagswasser, das von Dachflächen abläuft (siehe auch Regenwassernutzung).

Dehydratisierung

bezeichnet den Vorgang der Abspaltung von Wasser aus einer chemischen Verbindung.

Denitrifikation

ist das biologische Verfahren zur Entfernung der im Wasser oder Abwasser befindlichen Stickstoffverbindungen (z. B. Nitrat und Nitrit). Dabei wird die natürliche Fähigkeit von Miktroorganismen (Bakterien) genutzt, die diese Stickstoffverbindungen in elementaren (gasförmigen) Stickstoff umwandeln.

Deponiesickerwasser

ist das aus Abfalldeponien austretende Abwasser, das schadstoffmäßig sehr hoch belastet ist.

Desinfektion

Abtöten von Erregern übertragbarer Krankheiten; ist bei Trinkwasser dann zwingend notwendig, wenn Coli-Bakterien, Fäkalstreptokokken oder hohe Koloniezahlen auftreten. Als Desinfektionsmittel stehen u. a. Chlordioxid, Chlorgas, Natriumhypochlorit oder Ozon zur Verfügung. Neben Chlorung ist unter bestimmten Voraussetzungen auch UV-Bestrahlung möglich .

Dichte

Quotient aus Masse und Volumen eines Stoffes in kg/m³ bzw. g/cm³ (siehe auch Wasserdichte).

Direkteinleiter

Abwasserverursachende Anlage eines Grundstückseigentümers, deren Abwasser mit Zustimmung der Behörden nicht in eine Kanalisation, sondern direkt in ein Gewässer eingeleitet wird.

Disperse Stoffe

nennt man kleinste Verunreinigungen, die jedoch mit dem Auge wahrnehmbar sind. Hierunter fallen die Schwimm-, Schwebe- und Sinkstoffe.

Dissoziation

bedeutet Zerfall, Spaltung, und bezeichnet die Aufspaltung von Molekülen mittels Aufnahme von Wärme in einfachere Atomgruppen. Zerfallen elektrisch neutrale Moleküle in einander entgegengesetzt geladene Ionen, so sprich man von der elektrolytischen Dissoziation. Dissoziierte Stoffe werden als Elektrolyte bezeichnet, da sie den elektrischen Strom leiten.

Dosierung

ist das durchflußabhängige Zusetzen eines Stoffes, der gravimetrisch oder volumetrisch abgemessen wurde.

Dritte Reinigungsstufe

ist ein Verfahren der Abwasserreinigung, das zusätzlich zur mechanischen (Erste Reinigungsstufe) und biologischen (Zweite Reinigungsstufe) Abwasserbehandlung eingesetzt wird.

Druck

(siehe Versorgungsdruck) .

Druckentwässerung

Abtransport von Abwasser aus tiefliegenden Gebäuden oder Baugebieten mit Hilfe einer Pumpe.

Druckerhöhungsanlage

ist Teil einer Wasserversorgungsanlage, mit der der notwendige Versorgungsdruck in einem Versorgungsgebiet mittels Pumpen und Regelungstechnik erhöht und gehalten wird. Sie kann z. B. angeordnet werden zur Förderung aus einem Trinkwasserbehälter oder dem Rohrnetz in einen Behälter oder in ein Rohrnetz.

Druckleitung

Rohrleitung, an deren Scheitel ein größerer Druck als der atmosphärische Druck herrscht (DIN 4044).

Druckprobe

Prüfung der Dichtigkeit eines Rohrnetzes mittels Druck.

Druckstufen

(Druck-)Rohre eines Rohrnetzes sind in Druckklassen eingeteilt, die sich aufgrund des Nenndruckes (ND) ergeben. Davon abhängig ist der zulässige Betriebsdruck.

Durchfluß

Quotient aus dem Volumen eines Mediums, das einen bestimmten Querschnitt durchfließt, und der dazu benötigten Zeit. Ergebnis z. B. in Liter pro Sekunde oder Kubikmeter pro Stunde.

Durchlaufbehälter

ist ein Trinkwasserbehälter, der zwischen einer oder mehreren Pumpstationen und dem Versorgungsgebiet liegt und mit dessen Hilfe Trinkwasser zwischengespeichert oder auch eine Druckunterbrechung bzw. eine Aufteilung von Versorgungsgebieten in verschiedene Druckzonen erfolgen kann .

Düker

ist ein Kreuzungsbauwerk, mit dem innerhalb eines Rohrnetzes ein Hindernis unterfahren wird (z. B. eine Flußunterquerung mit einer Rohrleitung = Flußdüker).

Düngung

wird das Einbringen von Nährstoffen in den Boden genannt. Damit soll die Fruchbarkeit des Bodens erhalten bzw. gesteigert werden. Unterschieden werden organische (z. B. Gülle, Stallmist, Jauche, Kompost, Klärschlamm) und mineralische Düngung (Handelsdünger).

Einwohnergleichwert

(EGW). Ein Wert, der sich aus dem Vergleich von gewerblichem Schmutzwasser mit häuslichem Schmutzwasser ergibt und der für die Planung einer Abwasseranlage von entscheidender Bedeutung ist.

Einwohnerwert

ist die Summe aus Einwohnerzahl und Einwohnergleichwert.

Eisen

kommt meist in Erzen vor und ist das wichtigste Schwermetall, in reiner Form silberweiß, weich, dehnbar und läßt sich magnetisieren. Es ist bei allen Lebewesen Bestandteil lebensnotwendiger Enzyme. Im Wasser kann es in Form von Eisenionen oder in organischer Bindung vorliegen oder auch in Komplexverbindungen vorkommen. Es findet sich sowohl im Grundwasser und Quellwasser als auch im Oberflächenwasser.

Eisenchlorid

ist eine Verbindung aus Chlor und Eisen (schwarzbraune, glänzende Kristalle) und wird bei der mechanischen und chemischen Abwasserreinigung verwendet.

Elektrodialyse

ist ein Verfahren der Wasseraufbereitung.

Elektrolyte

(siehe Ionen).

Elemination

Entfernen von Stoffen aus einem bestimmten System, z. B. durch biologischen Abbau oder chemische Vorgänge.

Emissionen

sind die von einer Anlage oder einem technischen Vorgang in die Atmosphäre oder andere Umweltbereiche gelangenden gasförmigen, flüssigen oder festen Stoffe; ferner Geräusche, Erschütterungen, Strahlen, Wärme.

Enteisenung

wird die Entfernung störender Eisenionen aus dem Rohwasser genannt. Enteisenung und Entmanganung erfordern bei der Trinkwasseraufbereitung Oxidation und Filtration.

Enthärtung

nennt man das Verfahren, durch das Calcium- und Magnesium-Ionen aus zu hartem Wasser durch Fällung oder Ionenaustausch entfernt werden. Nur wenn die Härte des Rohwassers zu erheblichen Kalkablagerungen im Leitungsnetz führen würde, müßte eine zentrale Enthärtung des Trinkwassers bereits im Wasserwerk vorgenommen werden.

Entkeimung

heißt die chemische oder physikalische Elemination aller Mikroorganismen aus einem Medium. Bei der Entkeimung von Wasser werden Stoffe verwendet, die starke Oxidationsfähigkeiten besitzen, wie z. B. Chlor und Ozon.

Entmanganung

(siehe auch Enteisenung) Entfernung störender Manganionen aus dem Rohwasser.

Entsalzung

Verfahren zur Entfernung gelöster Ionenverbindungen aus dem Wasser durch Ionenaustausch, Umkehrosmose oder Elektrodialyse.

Entschwefelung

nennt man das Entfernen der im Faulgas enthaltenen Schwefelverbindungen (z. B. Schwefelwasserstoff) mittels Leitung des Gases durch Eisenerzkiesfilter.

Entsäuerung

Verfahren bei der Trinkwasseraufbereitung zur Korrektur und Stabilisierung des ph-Wertes bei aggressivem Rohwasser durch z. B. Belüftung, Filtration oder mittels Calciumcarbonat.

Entwässerungsanlage

Gesamte Anlage zur Ableitung von Abwasser, z. B. Abwasserkanal, -leitung.

Erdalkalien

sind die im Wasser löslichen Oxide der Erdalkalimetalle (z. B. Calcium- und Magnesiumionen); sie bilden die Härte.

Escherichia coli

(siehe auch Coli-Bakterien) gehören zur Darmflora von Mensch und Tier. Bei Nachweis von Escherichia coli im Wasser muß eine Entkeimung durchgeführt werden.

Eutrophierung

Massenentwicklung von Algen im Wasser durch überhöhte Nährstoff-(Nährsalz-)zufuhr, hauptsächlich durch Phosphate.

Falleitung

Lotrechte Leitung in einem Gebäude, die durch ein oder mehrere Geschosse führt, über Dach gelüftet wird und das Abwasser einer Grund- oder Sammelleitung zuführt (DIN 1986).

Fassungsbereich

Der Fassungsbereich einer Trinkwassergewinnungsanlage, auch als Schutzzone I bezeichnet, ist das eingezäunte Kerngebiet eines Trinkwasserschutzgebietes und soll den Schutz der Anlage (Brunnen) und ihrer unmittelbaren Umgebung vor Verunreinigungen und Beeinträchtigungen gewährleisten .

Feststoffe

(siehe Ungelöste Stoffe).

Filtration

nennt man das Trennen oder Aufspalten eines Feststoff-Flüssigkeits-Gemisches in Feststoffe (Filterkuchen) und Flüssigkeiten (Filtrat) mittels Filter. Als Filtermaterial wird bei der Trinkwasseraufbereitung z. B. Quarzsand oder Aktivkohle verwendet.

Fischtest

ist ein Testverfahren zur Bestimmung toxischer Schadstoffe im Wasser mittels in Becken gehaltener Fische.

Flockung

ist ein Verfahren der Trinkwasseraufbereitung zur Reduzierung vorhandener Trübungen, bei dem unlösliche Stoffe aus dem Wasser in Form voluminöser Teilchen (Flocken) mittels Zugabe von Flockungsmitteln bzw. -hilfsmitteln, wie z.B. Aluminium- und Eisensalze in Form von Chloriden und Sulfaten, ausgeschieden werden. Die Abtrennung der Flocken erfolgt dann z. B. durch Sedimentation.

Flotation

ist ein Verfahren, bei dem Stoffteilchen durch feine Gasbläschen aus einem Stoffgemisch zum Aufschwimmen gebracht werden, wobei flotierter Schlamm (Flotat) entsteht (DIN 4045).

Fluoride

sind Salze des überall in der Natur vorkommenden Elementes Fluor (z. B. Ammoniumfluorid, Kaliumfluorid). Fluorid ist im menschlichen Organismus ein lebenswichtiges Spurenelement (Knochen, Zähne). In manchen Ländern (aus rechtlichen Gründen nicht in der Bundesrepublik Deutschland) werden zur Kariesvorbeugung Fluoride dem Trinkwasser zugesetzt.

Freispiegelleitung

ist eine Rohrleitung, in der das Wasser gemäß dem Gesetz der Schwerkraft von einem höher gelegenen Anfangspunkt zu einem tiefer gelegenen Endpunkt gelangt.

Fremdbezug

bezeichnet diejenige Wassermenge, die ein öffentliches Wasserversorgungsunternehmen von einem anderen Wasserversorgungsunternehmen zur Weiterleitung bzw. Verteilung an Letztverbraucher bezieht.

Fremdwasser

ist das in die Kanalisation infolge Undichtigkeit des Rohrnetzes eindringende Grundwasser, durch fehlerhaft angeschlossene Grundstücksentwässerungen eingeleitete Wasser, sowie einem Schmutzwassernetz zufließende Oberflächenwasser .

Fäkalien

sind von Menschen oder Tieren ausgeschiedene, nicht weiter verwertbare Stoffe (Harn und Kot).

Fäkalschlamm

ist die Bezeichnung für den Anteil des Abwassers, der in einer Grundstückskläranlage zurückgehalten wird und kein durch Belüftung stabilisierter Schlamm ist.

Fäkalstreptokokken

sind Bakterien , die in der Darmflora von Mensch und Tier vorkommen (siehe auch Escherichia coli).

Fällung

bedeutet, daß gelöste Stoffe mit Hilfe von chemischen Reaktionen in unlösliche Stoffe überführt werden. Fällung ist bei der Trinkwasseraufbereitung oder Abwasserreinigung ein Verfahren, das der Enthärtung oder zur Eliminierung von Phosphat dient.

Färbung

ist die natürliche oder künstliche Farbgebung eines toten oder belebten Körpers, die konstant oder periodisch wechselnd sein kann. Nach der DIN 2000 muß Trinkwasser farblos sein .

Fäulnis

ist die unter Sauerstoffmangel von Mikroorganismen (Bakterien) vorgenommene teilweise Spaltung stickstoffhaltiger organischer Verbindungen.

Gebühr

Körperschaften des öffentlichen Rechts (z. B. Kommunen) erheben für die Benutzung ihrer öffentlichen Einrichtungen Gebühren (Benutzungsgebühren), wenn eine Einrichtung (z. B. öffentliche Wasserversorgung oder Abwasseranlage) dem Vorteil einzelner Personen oder Personengruppen dient. Sie ist, im Gegensatz zur Steuer, eine unmittelbare Gegenleistung für laufende oder einmalige öffentlichen Leistungen.

Gegenbehälter

sind Trinkwasserbehälter, die, vom Wasserwerk aus gesehen, hinter dem Versorgungsgebiet oder im Nebenschluß zur Zubringerleitung liegen und die nur das im Versorgungsgebiet zur Zeit nicht benötigte Trinkwasser erreicht.

Geruch

wird als spezifischer Duft, der von einem Lebewesen, Stoff oder Gegenstand ausgeht, definiert. Er wird über den Geruchssinn wahrgenommen. Trinkwasser sollte geruchsfrei sein.

Geschmack

Wasser kann sehr unterschiedlichen Geschmack haben: sauer, süß, bitter, salzig. Nach der DIN 2000 soll Trinkwasser "klar, kühl, geruchlos und geschmacklich einwandfrei" sein .

Gewässer

ist ein in der Natur fließendes oder stehendes Wasser auf dem Festland. Gewässer ist auch der Oberbegriff für alle Ansammlungen von Wasser auf und unter der Erdoberfläche.

Gewässerfruchtbarkeit

wird bestimmt durch die Art und Menge der im Wasser gelösten Nährstoffe und Nährsalze.

Gewässergüte

bezeichnet die Qualität von Oberflächengewässern. 4 Güteklassen mit 3 Zwischenstufen kennzeichnen das biologische Zustandsbild eines Gewässers ("unbelastet" bis "übermäßig verschmutzt").

Gewässerkunde

ist als Teil der Hydrologie diejenige Wissenschaft, die sich mit den Gewässern und seinen Eigenschaften und Erscheinungsformen auf, unter und über der Erdoberfläche (Wasserkreislauf) befaßt.

Gewässernutzung

Arten der Gewässernutzung sind z. B. die Trinkwasserversorgung, die Fischerei, die Schiffahrt, die Nutzung zu Erholungs-, Freizeit- und Gesundheitszwecken, die Nutzung als Vorfluter für Abwässer.

Gewässerpflege

bezeichnet das Gestalten und Entwickeln eines Gewässers und seiner Ufer- und Hochwasserabflußbereiche nach biologischen und landschaftspflegerischen Gesichtspunkten. Grundlage für eine zielgerichtete Unterhaltung der Gewässer ist ein sogenannter Gewässerpflegeplan.

Gewässerschutz

ist Teil des Umweltschutzes und faßt die Verpflichtung für jedermann, die Gewässer vor Verunreinigungen und sonstigen nachteiligen Veränderungen zu schützen, zusammen.

Grenzwerte

sind im Gegensatz zu Richtwerte gesetzlich (z. B. in der Trinkwasserverordnung) vorgeschriebene Werte, die eingehalten bzw. nicht überschritten werden dürfen .

Grubenwasser

oder auch Schachtwasser wird das bei der Wasserhaltung im Bergbau anfallende Wasser bezeichnet.

Grundleitung

ist die unzugänglich auf einem Grundstück im Erdreich oder im Baukörper verlegte Leitung, die das Abwasser dem Anschlußkanal zuführt (DIN 1986).

Grundstücksentwässerung

schließt die gesamten Einrichtungen eines Grundstücks ein, die dem Sammeln, Ableiten, Beseitigen und Behandeln von Abwasser dienen.

Grundstückskläranlage

ist die Anlage auf einem Grundstück zur Behandlung von Abwasser (siehe auch Kläranlage).

Grundwasser

oder auch Schachtwasser wird das bei der Wasserhaltung im Bergbau anfallende Wasser bezeichnet.

Grundwasseranreicherung

stellt ein Verfahren zur künstlichen Grundwasserbildung durch Einleitung von Oberflächenwasser in den Untergrund (Versickerung) dar.

Grundwasserleiter

wird ein Gesteinskörper bezeichnet, der geeignet ist, Grundwasser weiterzuleiten.

Grundwasserschutz

Ziel des Grundwasserschutzes ist die Beschaffenheit nicht verunreinigten Grundwassers zu erhalten, bereits vorhandene Schädigungen zu sanieren und eine maßvolle Grundwasserentnahme zu sichern.

Grundwasserstand

Höhe des Grundwasserspiegels über oder unter einem Vergleichspunkt (z. B. amtlich festgelegter Höhenfestpunkt).

Grundwasserstockwerke

Grundwässer sind in verschiedene Stockwerke gegliedert, welche durch schwer bzw. undurchlässige Schichten voneinander getrennte Grundwasserleiter darstellen.

HKW

halogenierte Kohlenwasserstoffe (siehe auch Organische Chlorverbindungen).

Halogene

Zusammenfassende Bezeichnung für die chemischen Elemente Fluor, Chlor, Brom, Jod und Astat. Man bezeichnet diese giftigen Nichtmetalle, die -außer Astat- in der Natur allgemein verbreitet sind, auch als Salzbildner. Die Halogene Fluor, Chlor und Jod sind in Spuren für biologische Organismen essentiell.

Haltung

wird der Teil des Rohrnetzes einer Abwasseranlage bezeichnet, der zwischen zwei Schächten und/oder Sonderbauwerken liegt.

Hauptsammler

Größter Kanal einer Abwasseranlage, der die Abwässer, die ihm aus den kleineren Nebensammlern zufließen, aufnimmt ("sammelt") und zur Kläranlage führt.

Hochbehälter

sind Trinkwasserbehälter, die auf einem der höchstgelegensten Punkte im oder nahe des Versorgungsgebietes stehen und deshalb den Druck im zugehörenden Rohrnetz bestimmen und begrenzen. Sie dienen, bedingt durch ihr Speichervolumen, durch das die Tagesschwankungen des Verbrauchs ausgeglichen werden, und ihre Lage zum Versorgungsnetz, letztendlich auch der Versorgungssicherheit. In Gebieten ohne Höhenlagen werden Hochbehälter in Form eines Wasserturmes ausgeführt .

Hochwasser

bezeichnet man ein erhebliches Ansteigen von natürlichen Abflüssen oder Wasserständen von Gewässern (Flüsse, Seen) durch z. B. Niederschläge, Schneeschmelze, Rückstau.

Hydrant

bezeichnet eine Armatur im Leitungsnetz einer Wasserversorgungsanlage zur Entnahme von z. B. Löschwasser. Er dient aber auch zur Spülung, Entlüftung und Entspannung der Rohrleitung, sowie zur Errichtung von Notverbindungen mittels Schläuchen. Man unterscheidet Überflur- und Unterflurhydranten.

Hydraulik

ist die Lehre der Flüssigkeitsströmungen durch Rohre, Gerinne und Kanälen (angewandte Hydromechanik).

Hydrobiologie

ist die Wissenschaft von den im Wasser lebenden Organismen.

Hydrodynamik

ist als Teilgebiet der Strömungslehre (Hydraulik) die Lehre von den Bewegungsgesetzen des Wassers und den dabei wirksamen Kräften.

Hydrogeologie

ist ein Zweig der Geologie und befaßt sich mit dem Verhalten des Wassers im Untergrund und der Wirkung auf die Erdschichten. Auch die Erschließung von Wasservorräten für die Trinkwassergewinnung fällt hierunter.

Hydrographie

bezeichnet man die Gewässerbeschreibung (Gewässerkunde).

Hydrologie

ist die Wissenschaft vom Wasser mit seinen Erscheinungsformen über, auf und unter der Landoberfläche, seinen Eigenschaften und seinen natürlichen Zusammenhängen (Gewässerkunde).

Hydrolyse

Ausdruck für die Spaltung chemischer Verbindungen durch Wasser.

Hydrophil

heißt wasserfreundlich, wasserliebend.

Hydrophob

heißt wasserabweisend, wasserscheu.

Hydrostatik

ist die Lehre vom Gleichgewicht der Kräfte bei ruhenden Flüssigkeiten.

Hygiene

ist der zusammenfassende Begriff in der Gesundheitslehre für alle Maßnahmen, die vorbeugend gegen das Entstehen oder Verbreiten von Infektionskrankheiten getroffen werden.

Härte

(siehe auch Wasserhärte) Härte wird definiert als Widerstand eines festen Körpers gegen das Eindringen eines anderen festen Körpers. Die Härte des Wassers ergibt sich aus der Summe der im Wasser vorhandenen Erdalkaliionen (Calcium, Magnesium).

Immissionen

sind die Emissionen, die auf die Biosphäre (Mensch, Tier, Pflanze, Boden, Wasser) einwirken.

Indirekteinleiter

werden Abwassereinleiter, vor allem Industriebetriebe, bezeichnet, die ihr Abwasser indirekt über öffentliche Kanalisationen und Kläranlagen in die Gewässer einleiten.

Infektionsschutzgesetz

(IfSG). Das "Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen" (Infektionsschutzgesetz - IfSG), das das Bundesseuchengesetz ablöst, ist seit dem 01.01.2001 in Kraft und stellt die Grundlage für die Trinkwasserverordnung dar. In § 37 Abs. 1 wird die Beschaffenheit von Wasser für den menschlichen Gebrauch wie folgt definiert: "... muß so beschaffen sein, dass durch seinen Genuss oder Gebrauch eine Schädigung der menschlichen Gesundheit, insbesondere durch Krankheitserreger, nicht zu besorgen ist."

Infiltration

bedeutet Eindringen, Einsickern (z. B. Eindringen von Oberflächenwasser in den Boden).

Inhibitor

ist eine Substanz, die chemische oder physiologische Vorgänge einschränkt oder verhindert (z. B. Korrosion).

Ionen

sind elektrisch geladene Teilchen, Atome oder Moleküle, die ein- oder mehrfach positiv (Kationen) oder negativ (Anionen) geladen sind, und bei der elektrolytischen Dissoziation auftreten. Beispiel: Kochsalz zerfällt im Wasser in Kationen (Natrium) und Anionen (Chlorid).

Ionenaustauscher

sind Anlagen mit organischen oder anorganischen Substanzen, die es ermöglichen, fast alle Anionen und Kationen aus dem Wasser zu entfernen (siehe auch Enthärtung). Unterschieden werden Kationenaustauscher (Austausch positiv geladener Ionen) und Anionenaustauscher (Austausch negativ geladener Ionen).

Kalium

ist ein sehr reaktionsfähiges, silberweißes, weiches Alkalimetall, das in der Natur nur in Verbindungen auftritt (Kaliumoxid, Kaliumsalz). Es ist für alle Lebewesen ein wichtiger Mineralstoff und auch in Form von Kaliumchlorid und -sulfat als Düngemittel von Bedeutung.

Kaliumpermanganat

sind dunkelrote Kristalle, die bei der Trinkwasseraufbereitung zur Oxidation von Wasserinhaltsstoffen bei der Enteisenung oder Entmanganung verwendbar sind.

Kalk

besteht aus Calciumverbindungen und kommt in der Natur aufgrund tierischer und mineralischer Ablagerungen z.B. als Kalkstein, in Muschelschalen und Kreide vor.

Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht


Kanalisation

Leitungsnetz zur Sammlung und Ableitung von Abwasser (DIN 4045). Schmutzwasser und Niederschlagswasser werden entweder getrennt (Trennsystem) oder gemeinsam (Mischsystem) abgeleitet.

Kanalnetz

bezeichnet die Gesamtheit der Kanäle, Abwasserdruckleitungen und zugehörige Bauwerke in einem Entwässerungsgebiet (DIN 4045).

Kaskaden

sind Reaktoren, bestehend aus Reaktionsräumen, die hintereinander einzeln durchflossen werden, und dienen z. B. bei der Wasseraufbereitung der Belüftung. Dabei wird das Wasser möglichst flächengleich verteilt, um anschließend im freien Gefälle über mehrere Zwischenböden zu rieseln.

Kationen


Keilschieber

sind Armaturen, die durch ihre Bauart (keilförmig angeschrägter Absperrkörper) zur Gruppe der Absperrschieber gehören.

Keime

(siehe auch Bakterien) sind lebensfähige Mikroorganismen.

Keimzahl

(siehe Koloniezahl).

Kieselsäure

ist eine Verbindung des Silicium (Sauerstoffsäure) und kommt in der Erdkruste in Form von Silikaten (z. B. Quarzsand) vor. Zu finden ist Kieselsäure nahezu in allen Wässern , gilt aber im Trinkwasser als toxisch unbedenklich.

Kläranlage

Einrichtung, die der Abwasserreinigung dient, und dies in drei Stufen durchführt: 1. mechanisch (Rechen, Sandfang, Absetzbecken), 2. biologisch (Abbau durch Mikroorganismen in Tropfkörpern, im Belebungs- oder im Schlammfaulungsverfahren) und 3. durch zusätzliche besondere Verfahren (z. B. Fällung, Flockung, Ionenaustauschverfahren).

Klärschlamm

Bezeichnung für die in einer Kläranlage aus dem Abwasser abgetrennten wasserhaltigen Feststoffe mineralischer und organischer Art, ausgenommen Rechen-, Sieb- und Sandfanggut.

Kohlenstoff

ist ein geruch- und geschmackloses,nicht metallisches, chemisches Element, das in mit anderen Elementen gebundenem Zustand z. B. in Carbonatgesteinen und im Pflanzen- und Tierreich, als Kohlenstoffdioxid auch in der Luft und gelöst als Kohlensäure im Wasser vorkommt.

Kohlenstoffdioxid

ist ein farbloses, nicht brennbares, ungiftiges und schwach säuerlich schmeckendes Gas, das Bestandteil der Luft ist, und durch die Verbrennung von Kohlenstoff entsteht. In Wasser löst es sich zu Kohlensäure.

Kohlensäure

ist eine schwache Säure, die in geringen Mengen durch Lösen von Kohlenstoffdioxid in Wasser entsteht. Ihre Salze sind die Carbonate.

Kohlenwasserstoffe

sind ausschließlich aus Kohlenstoff und Wasserstoff aufgebaute chemische Verbindungen, die hauptsächlich in Mineralöl und Erdgas vorkommen. Unterschieden werden aromatische (z. B. Benzol) und chlorierte Kohlenwasserstoffe.

Kolibakterien

(siehe Coli-Bakterien).

Koloniezahl

ist der Ausdruck für die Anzahl der sicht- und zählbaren Keimkolonien, die aus einer bakterienhaltigen flüssigen oder festen Substanz durch Vermischen mit einem erst verflüssigten und dann wieder erstarrten Nährboden nach Bebrütung gewachsen sind.

Kondenswasser

ist Wasser, das durch Kondensation entsteht, indem es sich aus seiner Dampfphase unterhalb seines Taupunktes bildet.

Korrosion

nennt man die von der Oberfläche (z. B. eines Werkstoffes) ausgehende Veränderung, ausgelöst durch einen chemischen, biologischen, biochemischen oder elektrochemischen Prozess ("Angriff").

Krankheitserreger

ist die Bezeichnung für pathogene Keime (Mikroorganismen, z.B. Bakterien, Coli-Bakterien), die Krankheiten verursachen. Ihre Verbreitung kann auch durch verunreinigtes Wasser erfolgen.

Kreislauf des Wassers

(siehe Wasserkreislauf).

Kupfer

ist ein gut Wärme leitendes, hellrotes, ziemlich weiches Schwermetall mit sehr guter elektrischer Leitfähigkeit, das zu den lebenswichtigen Spurenelementen von Pflanzen, Tieren und Menschen gehört.

Kühlwasser

ist im allgemeinen unverschmutztes Wasser zum Abführen überschüssiger, bei Kühlprozessen anfallender Wärme.

Lebensmittelgesetz

Das Lebensmittelgesetz (Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetz, LMBG) vom 15.08.1974 ist ein reines Verbraucherschutzgesetz und neben dem Bundesseuchengesetz Grundlage der Trinkwasserverordnung. Es regelt den Verkehr mit Lebensmitteln, Tabakerzeugnissen, kosmetischen Mitteln und mit Bedarfsgegenständen, wobei letztere alle Gegenstände sind, die mit Lebensmittel in Berührung kommen oder auf diese einwirken.

Lecksuchgerät

Gerät zum Auffinden von Undichtigkeiten in Rohrnetzen.

Legionellen

sind Bakterien, und zwar Bodenkeime, die auch im Wasser vorkommen können, und sich darin bei Temperaturen zwischen 30°C und 50°C gut vermehren (z. B. in Warmwassersystemen, Klimaanlagen). Die Übertragung auf den Menschen erfolgt über die Luft, so daß sie beim Atmen in die Lungen gelangen.

Legionärskrankheit

ist eine durch bakterielle Erreger (Legionellen) ausgelöste Infektionskrankheit, die die Lunge befällt und zum Teil tödlich verlaufen kann (schwere untypische Lungenentzündung).

Leichtflüssigkeit

ist eine Flüssigkeit, deren Dichte geringer als die des Wassers ist (z. B. Benzin, Heizöl).

Leitfähigkeit

ist die Fähigkeit eines Stoffes, Energie (Wärme oder elektrischen Strom) zu leiten.

Leitungsnetz

(siehe auch Rohrnetz) bezeichnet die Summe aller Leitungen, die der Ver- und Entsorgung eines bebauten Gebietes dienen (Gas-, Wasser-, Abwasser-, Strom-, Telekommunikations-, Fernheizungsleitungen, Breitbandkabel).

Levitation

ist unter anderem eine Methode zur Wasserbehandlung mit dem Ziel der Energieanreicherung, die von dem Erfinder Friedrich Hacheney entwickelt wurde.

Lithium

ist ein silberweißes, weiches Alkalimetall, das leichteste aller festen Elemente. Es ist dem Natrium ähnlich und kommt unter anderem als biologisches Spurenelement vor. Grundwasser, das einen Lithiumgehalt von mehr als 3 mg/l aufweist, gilt als Heilwasser.

Luftfeuchtigkeit

bezeichnet man die Menge des in der Luft enthaltenen Wasserdampfes.

Löschwasser

ist das zum Feuerlöschen verwendete bzw. zur Verfügung stehende Trink- und/oder Brauchwasser .

Magnesium

ist ein silberweißes Element der Erdalkali; ein Leichtmetall, das für Menschen, Tiere und Pflanzen einen lebenswichtigen Mineralstoff darstellt.

Mangan

ist ein silbergraues, sprödes Schwermetall. In geringen Konzentrationen ist es für den menschlichen Organismus lebenswichtig und für die Aktivierung von Enzymen zuständig.

Mehrkammergrube

bezeichnet man eine Kläranlage, die aus mehreren hintereinander geschalteten Kammern besteht (z. B. Drei-Kammer-Grube).

Membranfiltration

(siehe Umkehrosmose).

Methan

ist ein ungiftiges, brennbares, geruch- und farbloses Gas, das z.B. Hauptbestandteil von Erdgas ist und.

Mineralstoffe

sind anorganische Salze, die lebensnotwendig sind, wie z. B. Natrium, Calcium, Chlorid, Magnesium, Eisen, und zu den Nährstoffen gehören.

Mischkanalisation

Im Gegensatz zur Trennkanalisation werden bei der Mischkanalisation Schmutz- und Niederschlagswasser gemeinsam abgeleitet.

Mischsystem

wird das Kanalnetz bezeichnet, das als Mischkanalisation betrieben wird.

Mischwasser

Die Mischung von unterschiedlichen Wässern (Rohwasser) im Rohrnetz einer Wasserversorgung bezeichnet man als Mischwasser. Bei der Abwasserbeseitigung wird als Mischwasser das Abwasser der Mischkanalisation einschließlich evtl. Fremdwassers bezeichnet.

Natrium

ist ein weiches, silberweißes, an feuchter Luft sofort oxidierendes Leichtmetall, aus dem bei Kontakt mit Wasser Wasserstoff und Natronlauge entsteht. Dieser für den Menschen lebenswichtige Mineralstoff ist als anorganische Verbindung im Kochsalz enthalten.

Nebensammler

ist die Kanalleitung, die dem Hauptsammler das Abwasser, Regenwasser oder Grundwasser zuleitet.

Nennweite

(DN) ist eine Maßangabe (Kenngröße) für Rohre und Armaturen, die ungefähr dem Innendurchmesser entspricht. DN ist dabei die internationale Kurzbezeichnung (Diameter Nominal).

Nickel

ist ein glänzendes, silberweißes, eisenähnliches, Schwermetall, das gegen Säuren und Alkalien widerstandsfähig und für den Menschen lebenswichtig ist.

Niederschlag

bezeichnet im meteorologischen Sinn das aus der Luft infolge Verdichtung des vorhandenen Wasserdampfes ausgeschiedene Wasser in Form von Regen, Schnee, Hagel, Nebel, Tau, Reif.

Niederschlagswasser

(siehe auch Regenwasser) entsteht in Form von Regen, Schnee und Hagel, jedoch nicht Reif oder Tau. Detaillierte Informationen hierzu findet man auch beim Informationsforum Niederschlagswasser.

Nährstoffe

sind die Bestandteile der Nahrung von Organismen, wie Kohlenhydrate (Zucker), Fette, Eiweiß, Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe, sowie Wasser. Im Wasser gelöste Nährstoffe (z. B. Kohlendioxid, Phosphate, Nitrate, Kalk und Natrium) sind maßgeblich für die Gewässerfruchbarkeit.

Oberflächenwasser

Wasser aus natürlichen oder künstlichen oberirdischen Gewässern (Fluß-, Seen- und Talsperrenwasser), das auch Rohstoff für die Trinkwassergewinnung sein kann. Ebenfalls als Oberflächenwasser wird das von befestigten Flächen ohne Kanalisation abfließende Niederschlagswasser bezeichnet .

Organische Chlorverbindungen

ist ein Sammelbegriff für die zu den leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKW) gehörenden Chlorverbindungen Trichlorethan, Trichlorethen, Tetrachlorethen, Tetrachlormethan und Dichlormethan.

Organoleptische Parameter

werden Wassereigenschaften genannt, die sensitiv beurteilbar sind: Färbung, Geruch, Geschmack, Trübung. Davon zu unterscheiden sind die physikalisch-chemischen Parameter, wie z. B. Temperatur, ph-Wert, Leitfähigkeit.

Osmose

bezeichnet das Hindurchtreten (Diffusion) von Flüssigkeitsmolekülen durch eine halbdurchlässige Membran (Wand) mit der Tendenz, die Konzentrationsunterschiede gelöster Teilchen auf beiden Seiten auszugleichen. Den daduch bedingten Druckunterschied nennt man osmotischen Druck .

Oxidation

wird die chemische Reaktion von Elementen oder Verbindungen mit Sauerstoff bezeichnet. Chemische Stoffe, die organische oxidieren können, nennt man Oxidationsmittel, wie z. B. Sauerstoff, Ozon, Chlor, Chlordioxid, Kaliumpermanganat und Wasserstoffperoxid. Bei der Trinkwasseraufbereitung dient die Oxidation auch z. B. zur Entfernung von Krankheitserregern (siehe auch Desinfektion).

Ozon

ist eine energiereiche, modifizierte Form des Sauerstoffs, das als starkes Oxidationsmittel bei der Trinkwasseraufbereitung (Oxidation) eingesetzt wird.

Parameterwerte

(siehe Grenzwerte).

Pathogene Keime

(siehe Krankheitserreger).

Pegel

ist eine technische Einrichtung zur Messung von Wasserständen eines Gewässers. Einfachste Art stellt eine Latte dar, die mit einer Meßskala versehen ist.

Per

(siehe Organische Chlorverbindungen).

Pestizide

(siehe Pflanzenschutzmittel).

Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmittel

(PBSM) (siehe Pflanzenschutzmittel)

Pflanzenkläranlage

dient zur Abwasserreinigung in Funktion einer biologischen Kläranlage, wobei das Abwasser einen mit Pflanzen (vorzugsweise Sumpfplanzen) bewachsenen Boden- oder Wasserkörper durchströmt.

Pflanzenschutzmittel

sind chemisch hergestellte Stoffe, die dazu bestimmt sind, Pflanzen oder Pflanzenerzeugnisse vor schädlichen Organismen bzw. sonstigen Tieren, Pflanzen oder Mikroorganismen zu schützen oder aber auch das Keimen bzw. Wachstum zu regeln. Pflanzenschutzmittel dürfen nicht ins Grund- und Trinkwasser gelangen, da sie Giftstoffe, wie z. B. chlorierte Kohlenwasserstoffe enthalten können .

Phosphat

Salz der Phosphorsäure. Phosphate finden sich in Dünger, Wasch- und Reinigungsmitteln.

Physikalische Wassereigenschaften


Plankton

ist die Sammelbezeichnung aller im Wasser schwebenden Tiere und Pflanzen, die aufgrund geringem oder fehlendem Eigenantrieb von Strömungen bewegt werden.

Pumpe

Maschine, die zur Förderung von Flüssigkeiten und Gasen dient, wobei mechanische Energie in hydraulische umgewandelt wird.

Quecksilber

ist ein silberglänzendes, sehr giftiges, flüssiges Schwermetall, das hauptsächlich als Schwefelverbindung Zinnober vorkommt.

Quelle

ist eine Stelle in der Natur, an der flüssige (Grundwasser) oder gasförmige Stoffe zu Tage treten.

Radioaktivität

nennt man die Eigenschaft bestimmter instabiler Atomkerne, sich in andere Atomkerne umzuwandeln, wobei Energie in Form von ionisierender Strahlung frei wird. In der Natur wird sie z. B. durch Uranminerale verursacht. Künstliche Radioaktivität entsteht durch Spaltung von Atomkernen nach Beschuss mit energiereichen Teilchen (Kernkraftwerk). Trinkwasser darf keine, die menschliche Gesundheit gefährdenden, radioaktiven Stoffe enthalten.

Rechen

sind technische Einrichtungen, die bei der Wasseraufbereitung und der Abwasserreinigung zur Entfernung von Grobstoffen dienen. Sie bestehen aus parallel angeordneten Metallstäben, die in den Flüssigkeitsstrom eingesetzt sind, und meist maschinell gereinigt werden. Unterschieden werden Grob-, Mittel- und Feinrechen, Stab- und Bogenrechen, Greifer-, Harken-, Kletter- und Gegenstromrechen.

Reduktion

ist das Gegenteil zur Oxidation und bedeutet im chemischen Sinn die Entfernung von Sauerstoff aus einer Verbindung oder die Anlagerung von Wasserstoff. Reduktion ist ein Verfahren bei der Wasseraufbereitung, das bei der Entfernung von Nitrat eingesetzt wird.

Regen

ist ein flüssiger Niederschlag in Tropfenform, der aus der Atmosphäre fällt, wenn die Tropfen infolge ihrer Größe von der Luftströmung nicht mehr getragen werden können.

Regenbecken

sind künstliche Becken, mit deren Hilfe Regen- und Mischwasser zurückgehalten und/oder behandelt werden, z. B. Regenrückhaltebecken.

Regenrückhaltebecken

ist eine Form der Regenbecken, durch dessen Speicherraum Niederschlagswasser zurückgehalten wird, das nicht sofort in den Vorfluter gelangen soll.

Regenwasser

bezeichnet den abfließenden Regen.

Regenwasserkanal

wird im System einer Trennkanalisation der Teil des Kanalnetzes bezeichnet, in dem nur Regenwasser abgeleitet wird.

Regenwassernutzung

ist die leitungsgebundene Nutzung von Regenwasser, das von Dachflächen abgeleitet und gesammelt wird (Dachablaufwasser).

Reinwasser

wird das Wasser nach der Wasseraufbereitung bezeichnet.

Richtwert

stellt einen festgelegten Zahlenwert für Toleranzgrenzen dar, der eingehalten werden soll, während ein Grenzwert eingehalten werden muß.

Ringkanalisation

wird ein Kanalnetz bezeichnet, das ringförmig um einen See verlegt ist, das Abwasser einer unterhalb des Sees gelegenen Kläranlage zuführt und dadurch verhindert, dass Abwasser oder auch gereinigtes in den See gelangt.

Rohabwasser

ist das einer Anlage zur Abwasserreinigung zufließende Abwasser.

Rohrdeckung

wird die Strecke zwischen dem Rohrscheitel eines erdverlegten Rohres bis zur Erdoberfläche bezeichnet. Aus Gründen der Frostsicherheit beträgt diese mindestens 80 cm.

Rohrnetz

ist der Sammelbegriff für das Leitungsnetz einer Wasserversorgungsanlage bzw. das einer Abwasseranlage (Kanalnetz).

Rohwasser

ist das unbehandelte Wasser, das einer Anlage zur Trinkwasseraufbereitung zufließt.

Rückflußverhinderer

ist eine technische Sicherheitseinrichtung (Armatur), die das Rückfließen entgegen der Fließrichtung verhindert .

SBV-Wert

(Säure-Bindungs-Vermögen) gibt Aufschluß über die Gewässerfruchtbarkeit.

Salze

sind kochsalzähnliche Stoffe, die durch Reaktion von Säuren mit Basen (Laugen) entstehen .

Salzwasser

ist Meereswasser oder das Wasser der Salzseen, das im Gegensatz zum Süßwasser für den menschlichen Genuß nicht geeignet ist, da es gelöste Salze enthält.

Sandfang

ist eine zur Abscheidung von Sand notwendige technische Einrichtung bei der Abwasserreinigung.

Sauerstoff

ist ein farb-, geruch- und geschmackloses, für den Menschen lebensnotwendiges Gas, das mit ca. 20 Volumenprozent in der Luft enthalten ist. Es wird bei der Trinkwasseraufbereitung zur Oxidation von Eisen, Mangan und Ammonium eingesetzt .

Sauerstoffgehalt

Sauerstoff ist im Wasser nur in bestimmter Menge lösbar, die von der Wassertemperatur abhängt. Bei zunehmender Wassertemperatur nimmt der Sauerstoffgehalt ab.

Schieber

ist ein Brunnen, mit dessen Hilfe eine künstliche Grundwasseranreicherung mittels Einleitung von Wasser in den Untergrund erfolgt.

Schluckbrunnen

ist ein Brunnen, mit dessen Hilfe eine künstliche Grundwasseranreicherung mittels Einleitung von Wasser in den Untergrund erfolgt.

Schmutzwasser

nennt man ein durch Gebrauch verunreinigtes Wasser. Man unterscheidet häusliches (aus Küchen, Waschküchen, Waschräumen, Baderäumen, Aborträumen und ähnlich genutzten Räumen), gewerbliches, industrielles, landwirtschaftliches und kommunales (häusliches und gewerbliches) Schmutzwasser.

Schmutzwassernetz

ist bei der Trennkanalisation der Teil des Kanalnetzes, in dem das Schmutzwasser abgeleitet wird.

Schutzgebiet

(siehe Trinkwasserschutzgebiet).

Schutzzone

(siehe Trinkwasserschutzgebiet).

Schwebstoffe

sind ungelöste, feinstverteilte Stoffe (Partikel), die aufgrund ihrer annähernd gleichen Dichte wie Wasser in diesem oder in Gas frei schweben, und die allein mittels mechanischer Verfahren schwerlich eliminierbar sind (siehe Flockung).

Schwefelwasserstoff

ist eine anorganische Verbindung des Schwefels, ein farbloses, stark giftiges, brennbares Gas, nach faulen Eiern riechend. Im Trinkwasser darf Schwefelwasserstoff geruchlich und geschmacklich nicht wahrnehmbar sein (DIN 2000) .

Schwerflüssigkeit

Flüssigkeit mit besonders hoher Dichte, höher als Wasser.

Schwermetalle

Metalle mit einer höheren Dichte als 5 g/cm³ werden als Schwermetalle bezeichnet, wie z. B. Cadmium, Chrom, Eisen, Quecksilber, Blei, Kupfer, Nickel.

Schwimmstoffe

sind ungelöste Stoffe, die auf der Oberfläche des Wassers schwimmen.

Schwitzwasser

ist Wasser, das sich an den kalten Flächen von Gegenständen niederschlägt (Kondenswasser).

Schädlingsbekämpfungsmittel

(siehe Pflanzenschutzmittel).

Sedimentation

bedeutet Absetzung und ist ein Verfahren der Wasseraufbereitung zur schwerkraftbedingten Abtrennung von Feststoffen aus dem Wasser.

Sickerwasser

wird das in den Untergrund versickernde grundwasserbildende Wasser (Niederschläge, Gewässer) bezeichnet. Die im Bereich des Sickerwassers vorhandenen Gesteinszonen sind maßgeblich für die Eigenschaften (Wasserqualität) des Grundwassers.

Siebanlage

ist eine technische Einrichtung, die bei der Wasseraufbereitung eingesetzt wird, um Schwebstoffe zu entfernen.

Siedlungswasserwirtschaft

ist Teil der Wasserwirtschaft und umfaßt den gesamten Wasserkreislauf in besiedelten Gebieten. Sie befaßt sich mit den ingenieurtechnischen Bereichen der Abwasserentsorgung, des Gewässerschutzes, der Abfallwirtschaft und des Bodenschutzes.

Silber

ist ein weiß glänzendes, mit Metallen legierbares Edelmetall, das hervorragend wärme- und elektrizitätsleitend ist.

Silicium

ist ein chemisches Element, das schwarzgraue, glänzende Kristalle bildet, an der Luft beständig ist und sich in Laugen unter Bildung von Silikaten löst. Natürliches Vorkommen z. B. als Kieselsäure im Quarz.

Silikate

sind Salze der Kieselsäuren.

Sinkstoffe

sind im Gegensatz zu den Schwebstoffen schwerkraftmäßig sich absetzende Stoffe im Wasser, Abwasser oder in Gewässer (Steine, Kies, Sand).

Spitzenbedarf

wird der kurzzeitige maximale Bedarf eines bestimmten Zeitraumes (Stunde,Tag) an Wasser oder Energie bezeichnet.

Steigleitung

ist eine senkrecht hochsteigende Rohrleitung z. B. innerhalb eines Gebäudes.

Sterilisation

bedeutet die Abtötung jeglicher Form aller Mikroorganismen.

Stickstoff

ist ein farb-, geruch- und geschmackloses, reaktionsträges Gas, das in der Atmosphäre mit einem Anteil von ca. 80 Volumenprozent, und in anorganischen und organischen Verbindungen (Stickstoffverbindungen) vorkommt.

Stickstoffverbindungen

werden unterteilt in die anorganischen Stickstoffverbindungen wie Nitrat oder Nitrit (oxidierte Form) sowie die Summe aus Ammonium (reduzierte Form) und organisch gebundenem Stickstoff nach Aufschluß (Kjeldahl-Stickstoff).

Stoffwechsel

ist der Sammelbegriff für die chemischen Vorgänge der Stoffaufnahme (Ernährung), -umsetzung und -abgabe im Körper der Lebewesen.

Strippen

(siehe Belüftung).

Strömung

(siehe Wasserströmung).

Substrat

bedeutet Grundlage oder Grundsubstanz und bezeichnet bei der Abwasserreinigung hauptsächlich organische Stoffe, die den Bakterien als Nahrung dienen.

Sulfate

sind Salze der Sauerstoffsäuren des Schwefels, die z. B. als Calciumsulfat (Gips) in der Natur häufig vorkommen. Vom Wasser gelöster Gips, der maßgeblich ist für die Wasserhärte, ergibt den Sulfatgehalt des natürlichen Grundwassers.